Google+ - Das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk aller Zeiten
24.10.2011 von Christian Gewiese
Der Start von Googles eigenem sozialen Netzwerk Google+ am 28. Juni 2011 kam für Fachleute sehr überraschend und führte zu einer plötzlichen Verschiebung der Verhältnisse im Social Web. Auf einmal erhielt Facebook mit seinen rund 800 Millionen weltweiten Mitgliedern einen ernst zu nehmenden Konkurrenten, der mit seinem Netzwerk nach drei Monaten Ende September 2011 bereits die 50 Millionen-Nutzer-Marke knackte. Dies machte Google+ zu dem am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerk aller Zeiten.
Dabei stellt sich den Nutzern von Social Medias vor allem die Frage, was Google+ von Facebook unterscheidet und für wen es sich lohnt, einen Account bei Googles eigenem sozialen Netzwerk anzulegen.
Für den Privatnutzer, der bereits fast seinen kompletten Freundeskreis auf Facebook versammelt hat, erschien Google+ zu Beginn - zumindest auf den ersten Blick - nicht sehr lohnenswert. Vor allem in der frühen Phase des Netzwerkes (bis zum 20. September 2011), während der die Registrierung nur auf Einladung durch einen vorhandenen Benutzer möglich war, konnten sich die Nutzer noch nicht mit ihren Bekannten und Freunden in dem Maße vernetzen, wie sie sich das gewünscht hätten. Dennoch, vor allem nachdem sich nun jeder auf Google+, auch ohne Einladung, registrieren kann, bietet das Netzwerk einige Elemente, mit denen Facebook zu diesem Zeitpunkt nicht aufweisen konnte. Da wären zum einen die sogenannten "Circles", die es den Nutzern erlaubt, die eigenen Kontakte in Gruppen zu organisieren. Von Vorteil ist dies besonders für Personen, die ihre sozialen Netzwerke auch beruflich nutzen möchten, aber nicht Privates mit Arbeitskollegen teilen wollen. Facebook zog inzwischen nach und ermöglicht es den Nutzern nun, ihre Kontakte in verschiedene Gruppen zu erteilen. Diese Konkurrenzsituation zu Google+ ist somit zudem ein Vorteil für Facebook-Nutzer, da die Privatsphäreeinstellungen auf Facebook nach und nach verbessert werden.
Ein wichtiger Unterschied zwischen Google+ und Facebook ist im allgemeinen die Offenheit der Netzwerke. Google+-Profile sind im Gegensatz zu Facebook-Profilen offener, sollte man die entsprechenden Einstellungen vorgenommen haben, und sind inzwischen stark mit den Suchergebnissen der Google-Suche verknüpft. Man kann öffentlichen Google+-Profilen einfach folgen, ohne dass andere Kontakt dies bestätigen muss. Dies bietet vor allem Vorteile für Marketingzwecke, weniger für Privatpersonen, die Netzwerke nur für private Zwecke nutzen. Denn das Ziel, sich öffentlich darzustellen, kann auf Google+ leichter vefolgt werden als auf Facebook. Mithilfe der Google+-Suche ("Sparks") können die jeweiligen Interessen eingegeben und in einer Art RSS-Feed abonniert werden. Zusätzlich kann über einen Reiter unter der Suche nach Personen oder Beiträgen gesucht werden, die dasselbe Thema einhalten. Dies vereinfacht den Aufbau eines Business-Netzwerks.
Der Aspekt, den Google+ neben diesen Elementen so interessant macht, ist die ständige Innovation des sozialen Netzwerks. Erst kürzlich wurden gegenüber dem "Wall Street Journal" Pläne geäußert, dass Google+ bald ein Musikangebot bekommen soll. Demnach sollen Anwender über Googles Musikstore "Google Music" Lieder über ihr Profil auf Google+ empfehlen können. Freunde und Bekannte, die ebenfalls ein Profil auf Google sozialem Netzwerk haben, werde dann die Möglichkeit gegeben, sich die Empfehlungen einmal kostenlos anzuhören. Bei Gefallen kann das Lied als MP3-Datei gegen eine Gebühr heruntergeladen werden. Erwartet wird, dass Google den Musik-Store innerhalb der nächsten zwei Wochen starten wird, allerdings zunächst nur in den USA.
Eine weitere Neuerung, die Google+ in Kürze einführen wird, ist, ähnlich wie im zweigeteilten Facebook, eine Sektion für aktuelle Nachrichten. Die Einzelfeeds können dann durch Anklicken des entsprechenden Menüpunkts am linken Bildschrimrand angezeigt werden. Des Weiteren soll über ein neues Visualisierungstool die Verbreitung und Weiterleitung von Nachrichten nachvollzogen werden. Außerdem verspricht das neu einzuführende Fotobearbeitungsprogramm "Creative Kit" eine einfache Bildbearbeitung.
Somit lohnt es sich für den Nutzer von sozialen Netzwerken, ein Profil auf Google+ anzulegen, schon alleine aufgrund der Vielzahl der interessanten bereits vorhandenen Funktionen - und aufgrund der weiteren Neuerungen, die mit Sicherheit noch kommen werden. Das schnelle Anwachsen des sozialen Netzwerks auf 50 Millionen Google+-Nutzer innerhalb von drei Monaten spricht zudem für sich.
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